Mit der Industriestrategie 2035 präsentiert Österreich einen Fahrplan für eine resiliente, souveräne und nachhaltige Wirtschaft. Sie rückt die Bedeutung europäischer Ressourcen, die Wiederverwertung von Sekundär-Rohstoffen sowie den Ausbau digitaler Plattformen in den Fokus.
Ob E-Mobilität, Digitalisierung oder Energiespeicher: Kritische Ressourcen wie Lithium, Magnesium oder Kupfer sind im Alltag und der Industrie unverzichtbar. Doch diese Materialien sind begrenzt, global ungleich verteilt und deren Abbau ist oft mit geopolitischen Risiken verbunden.
Die Industriestrategie will europäische Primär-Rohstoffe daher besser nutzen, internationale Lieferketten breiter absichern und das Recycling verstärken. Parallel dazu sollen heimische Rohstoffreserven ausgebaut werden.
Recycling und Bioökonomie als Wachstumstreiber
Dazu sieht die Strategie eine Reihe wegweisender Maßnahmen vor wie den Aufbau leistungsfähiger Aufbereitungssysteme für das Recycling von Batterien und Sekundär-Rohstoffen. Regionale Recycling- und Aufbereitungscluster sollen Materialströme verkürzen, Transportkosten senken und die Wertschöpfung in der Region halten. Bioökonomie ergänzt diese Maßnahmen durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe und schafft ein industrielles Ökosystem, das Materialien möglichst lange im Kreislauf hält sowie CO₂‑Emissionen, Kosten und geopolitische Risiken reduziert.
Digital beschaffen – nachhaltig profitieren
Zukünftig sollen digitale Ressourcenplattformen direkt in die öffentliche Beschaffung eingebunden werden. So setzt Österreich die Vorgaben des Critical Raw Materials Acts um. Online-Plattformen, die Sekundär-Rohstoffe und Rezyklate europaweit handeln, sollen damit von Bund, Ländern und Gemeinden genutzt werden. Das erhöht die Nachfrage, Markttransparenz und Versorgungssicherheit mit wertvollen Sekundär-Rohstoffen. Für SECONTRADE eröffnet das einen wichtigen Anwendungsbereich – denn genau diese digitale Infrastruktur stellt die Plattform bereits heute bereit.
Starke Partnerschaften
Seit 2018 führt unser digitaler Marktplatz Angebot und Nachfrage wertvoller Sekundär-Rohstoffe zusammen – europaweit, digital und in Echtzeit. Das ermöglicht einen effizienten Wiedereinsatz hochwertiger Ressourcen in den Wirtschaftskreislauf, darunter Metalle, Baurestmassen, biogene Reststoffe und Rezyklate. Auch im europäischen Projekt PASSAT arbeitet SECONTRADE aktiv mit, um hochwertige Sekundär‑Rohstoffe im End‑of‑Life‑Bereich zu identifizieren und gezielt in neue Wertschöpfungsketten zu überführen. Das Projekt ist Teil der Industriestrategie 2035 und leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Circular Economy.
Zukunft gestalten
Brigitte Reich sieht darin klare Impulse für den Wirtschaftsstandort: „Die Industriestrategie zeigt, wie viel Potenzial in einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft steckt. Digitale Ressourcenplattformen ermöglichen einen schnellen und transparenten Zugang zu Materialien und machen Unternehmen unabhängiger, resilienter und innovationsstärker.“ SECONTRADE wird diesen Weg weiter gestalten – mit technologischen Entwicklungen und starken europäischen Partnerschaften.
Weitere Informationen zur Industriestrategie 2035:
https://www.bmwet.gv.at/Themen/industriestrategie.html